Herbst. Noch zwei Monate bis Weihnachten, exakt zweiundvierzig Arbeitstage. Für mein Gefühl geht mir das alles viel zu schnell! Das mag aber auch daran liegen, das ich auch nicht mehr die Jüngste bin. Im Alter soll die Zeit ja etwas schneller vergehen, so sagt man. Früher habe ich mit den Augen gerollt, als meine Oma Elli von der schnell lebigen Zeit erzählt hat. Gehöre ich jetzt da auch schon dazu???

Jedenfalls hat uns das Universum einen Virus geschickt, von dem wir am Anfang des Jahres 2020 noch nichts wussten und mit dem wir nun klar kommen müssen. Ob uns das passt oder nicht. CORONA. Ich weiß noch sehr genau, welche Ängste ich hegte, angesichts der Ungewissheit was auf uns zukommen würde? Was passiert, wenn man erkrankt? Wird unsere Firma dicht gemacht? Dürfen unsere Mitarbeiter noch auf Arbeit kommen? Vorsorglich hatte ich Passierscheine ausgedruckt, hatte so etwas läuten hören, das man diese brauchen würde. Ja, Ängste waren da, aber von Angst habe ich mich noch nie vereinnahmen lassen und mein Sven ebenso wenig. Denn da ist ja wieder dieses Ding mit der Verantwortung. Verantwortung für die Familie, unseren Betrieb und für sich selbst natürlich. Verantwortlich auch allen Anderen gegenüber. Diese Verantwortung haben wir wahrgenommen und tun dies immer noch. Dann tragen wir eben eine Maske und nehmen Abstand. Wir hatten und haben! das Glück, das wir das ganze Jahr durcharbeiten konnten, Kurzarbeit war und ist – zumindest momentan – kein Thema. Dank eines stabilen Auftragsbestandes und der Treue unserer lieben Kunden zu unserem Familienbetrieb läuft es. Unsere Kunden sind uns zugetan und dafür sind wir sehr, sehr dankbar. Da hatte mein Papa also doch irgendwie Recht mit dem Ding und dem Handwerk und dem goldenen Boden? Das Handwerker immer gebraucht werden?

Und dann traf es im März meinen Sven, den Chef, wie aus heiterem Himmel. Was mit trockenem Husten begann entpuppte sich für ihn – für uns! – als Supergau. Am Tag darauf, wir saßen beim Abendessen kam der Anruf von seinem Arzt. „Herr Höfer, Sie haben COVID19.“ Es war nicht schön, diese Wochen, aber er hat es zum Glück überstanden. Und dafür sind wir dankbar.

Und nun haben wir Herbst. Die Bäume färben sich malerisch bunt und die Blumen im Garten geben noch einmal ihr Bestes und blühen wie verrückt. Aber eben nur so lange, bis der erste Frost die bunte Pracht zu Nichte macht. Deshalb pflücke ich wie wild Blumen, um sie zu retten! Werden, Sein, Vergehen. Natur eben. Und sonst? Bis zum Jahresende haben wir alle Hände voll zu tun unsere Projekte zu bearbeiten. Hoffen wir mal, das nichts dazwischen kommt?

Ich wünsche Euch und uns allen, das wir gesund bleiben mögen und uns die Zuversicht und die Hoffnung nicht verlässt.

Also, bleibt schön gesund, herzlichst, eure Katrin.

 

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